25.06.2026, Tanken und Heizen waren für Schweizer Haushalte im Mai 2026 deutlich teurer als noch vor einem
Jahr. Die Preise für Wohnung und Mobilität lagen im Mai 2026 um 1,7 Prozent über dem
Vorjahresniveau und stiegen damit fast dreimal so stark wie die allgemeine Teuerung. Verantwortlich
dafür waren vor allem die kräftigen Aufschläge bei Treibstoff und Heizöl. «Heizöl reagiert sofort auf
Turbulenzen an den Energiemärkten, Gas meist erst mit Verzögerung. Ob und in welchem Ausmass
sich die jüngsten Entspannungen an den Energiemärkten auf die Gaspreise durchschlagen, wird sich
erst in den kommenden Monaten zeigen», sagt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert.
Seit März 2024 erscheint der Comparis-Womo-Preisindex vierteljährlich in Zusammenarbeit mit dem KOF-Institut der ETH Zürich. Er zeigt, wie sich die Teuerung in den Bereichen Wohnen und Mobilität entwickelt hat.
Laut dem Womo-Preisindex sind im Mai 2026 die Preise für Wohnen und Mobilität in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,7 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des Bundesamtes für Statistik (BFS), der einen Warenkorb von über 1’000 Waren und Dienstleistungen abdeckt, stieg um 0,6 Prozent*.
Mehrkosten von 755 Franken für eine Familie
Wohnen und Mobilität machen bei einer durchschnittlichen Familie in der Schweiz rund 40 Prozent des Budgets für den täglichen Konsum aus. Der Womo-Preisindex erfasst im Sektor Wohnen etwa die Preisentwicklung der Mieten und Energie sowie Güter des Hausrats wie z.B. Möbel. Im Bereich Mobilität sind es etwa die Preise für Benzin oder Diesel, fürs Auto oder die ÖV-Tickets.
Ein Anstieg des Womo-Preisindex um 1,7 Prozent heisst konkret: Hat eine Familie im letzten Jahr für die Wohnungsmiete monatlich 2’500 Franken, fürs Auto 1’000 Franken und für die ÖV-Tickets 200 Franken ausgegeben, sind die Kosten gegenüber dem Vorjahr um rund 63 Franken monatlich gestiegen. Auf das ganze Jahr gesehen ergibt das allein für Wohnen und Mobilität Mehrkosten von 756 Franken.
Stärkste Preisanstiege bis Mai 2026 bei Treibstoffen und Heizöl
Im Besonderen für Treibstoff mussten Herr und Frau Schweizer deutlich tiefer ins Portemonnaie greifen als noch vor einem Jahr. Der Preis stieg bis Ende Mai um 12,7 Prozent*. Kein anderes Produkt hat sich gemäss der Comparis-Analyse im Vorjahresvergleich stärker verteuert.
«Der deutliche Anstieg bei den Treibstoffen ist auf den starken Anstieg bei den Rohöl- und Mineralölpreisen infolge der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten zurückzuführen. Im Gegensatz zur Schweiz haben einzelne Länder wie etwa Deutschland zeitweise befristete Entlastungsmassnahmen für Autolenkende eingeführt, um den Preisanstieg an den Zapfsäulen abzufedern. Sollten die Hilfsmassnahmen auslaufen, könnte ihr Wegfall mögliche Preissenkungen durch die Entspannung an den Energiemärkten teilweise oder ganz aufheben. Die Treibstoffpreise im benachbarten Ausland dürften dann weniger stark sinken als erwartet oder sogar wieder steigen», erklärt Comparis Finanzexperte Dirk Renkert.
Gestiegen sind auch die Preise für Energie zum Heizen (Gas, Heizöl, Brennholz und Fernwärme), nämlich um insgesamt 11,4 Prozent. Das ist Rang 2 in der Teuerungshitparade. Ein genauer Blick zeigt: Die einzelnen Brennträger haben sich unterschiedlich entwickelt. Deutlich verteuert hat sich Heizöl (plus 37,1 Prozent*) und Brennholz (plus 8,8 Prozent*). Hingegen haben sich die Preise für Fernwärme und Gas sogar verbilligt um 0,7 Prozent* bzw. 3,7 Prozent*.
«Die unterschiedliche Entwicklung bei den Energieträgern ist auf die Preisbildung zurückzuführen. Heizöl reagiert sofort auf geopolitische Spannungen und die Gefahr von Lieferengpässen. Beim Gas werden Veränderungen der Beschaffungskosten aufgrund langfristiger Verträge und regulierter Tarife oft erst mit Verzögerung weitergegeben. Ob und in welchem Ausmass sich die jüngsten Entspannungen an den Energiemärkten auf die Gaspreise durchschlagen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen», sagt Renkert. Angesichts höherer Energiekosten empfiehlt der Comparis-Finanzexperte einen bewussten Umgang mit Heizenergie. Bereits eine Raumtemperatur von maximal 22 Grad in der Heizperiode könne helfen, den Verbrauch und die Kosten zu senken.
Der Preisanstieg für die Motorfahrzeugversicherung (plus 7,4 Prozent*) war der drittstärkste gegenüber dem Vorjahresmonat. Auf Rang 4 und 5 folgen Taxi und Dienstleistungen für Versorgung und Unterhalt der Wohnung mit plus 4,0 Prozent* beziehungsweise 1,5 Prozent*.
Stärkste Preisrückgänge in den letzten 12 Monaten
Vor 12 Monaten bezahlten Konsumierende für kleine Haushaltsgeräte mehr als im Mai 2026. Gemäss der Comparis-Analyse sind die Preise im Vorjahresvergleich um 6,9 Prozent* gesunken.
Am zweitstärksten vergünstigten sich die Preise für andere Gebrauchsgüter für die Haushaltsführung. Sie lagen 6,2 Prozent* tiefer als noch im Mai 2025. Weiter gesunken sind auch die Preise für grosse elektrische Haushaltsgeräte (minus 3,5 Prozent*), motorbetriebene Werkzeuge für Haus und Garten (minus 3,4 Prozent*) sowie Occasionsautomobile (minus 3,3 Prozent*).
Höchste Teuerung bei Einpersonenhaushalten unter 65 Jahren
Nach Haushaltstypen unterschieden, erlebten Einpersonenhaushalte unter 65 Jahren in den letzten 12 Monaten die höchste Teuerung bei Wohnen und Mobilität. Sie spüren aktuell eine Teuerungsrate von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch im Mai 2026 wurde das Leben für sie verglichen mit dem Februar 2026 noch einmal teurer, und zwar um 1,4 Prozent.
Rein rechnerisch spüren Einelternhaushalte die Teuerung prozentual am wenigsten. Mit einem Indexstand von 113,3 hat die gefühlte Teuerung in den Bereichen Wohnen und Mobilität bei ihnen in den letzten 12 Monaten plus 1,6 Prozent betragen. Im 3-Monats-Vergleich erhöhte sich die Teuerung für sie im Mai um 1,3 Prozent.
Höchste Einkommensklasse spürt die Teuerung am wenigsten
Bei den Einkommensklassen zeigt sich: Am wenigsten von der Teuerung betroffen war die höchste Einkommensklasse. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise für sie um 1,5 Prozent gestiegen. In den letzten 3 Monaten wurde der Konsum für die höchste Einkommensklasse um 1,4 Prozent teurer.
Am stärksten von der Teuerung betroffen war die mittlere Einkommensklasse. Der Womo-Preisindex ist für diese Klasse um 1,8 Prozent gestiegen. Verglichen mit Februar 2026 lag die Teuerung bei plus 1,6 Prozent.
Das Tessin von der Teuerung am meisten betroffen
Unterteilt nach Sprachregionen ergibt sich folgendes Bild: Die italienische Schweiz verzeichnete mit plus 2,1 Prozent die höchste Teuerung im Vergleich zum Vorjahr. Gegenüber Februar 2026 stieg das Preisniveau um 1,9 Prozent.
Die vergleichsweise tiefste Teuerung gegenüber dem Vorjahr hatten die Deutschschweiz und rätoromanische Schweiz mit plus 1,6 Prozent. Im Vergleich mit vor 3 Monaten wurde dort das Leben im Mai um 1,4 Prozent teurer.
Tipps für Konsumentinnen und Konsumenten
Treibstoffpreise vergleichen:
Die Preisunterschiede zwischen Tankstellen und Regionen können beträchtlich sein. Wer Tankstopps plant und Preise vergleicht, kann seine Ausgaben spürbar senken.
Fahrverhalten anpassen:
Wer vorausschauend fährt, unnötige Beschleunigungs- und Bremsmanöver vermeidet und regelmässig den Reifendruck kontrolliert, kann den Treibstoffverbrauch ohne grossen Aufwand senken.
Wärmeverluste reduzieren:
Bereits einfache Massnahmen wie richtiges Lüften, das Schliessen von Rollläden und Vorhängen in der Nacht oder das Freihalten von Heizkörpern helfen, den Energieverbrauch und damit die Heizkosten zu senken.
Heizung optimieren:
Bereits ein Grad weniger Raumtemperatur reduziert den Energieverbrauch merklich. Angesichts steigender Heizkosten lohnt es sich, die Heizungseinstellungen regelmässig zu überprüfen.
Langjährige Verträge hinterfragen:
Treue zahlt sich nicht immer aus. Wer seit Jahren beim gleichen Anbieter ist, sollte Tarife und Konditionen regelmässig vergleichen. Gerade in Zeiten steigender Kosten lassen sich durch einen Anbieterwechsel oder ein passenderes Angebot oft mehrere hundert Franken pro Jahr sparen
*Comparis-Womo-Preisindex
Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) misst Preisveränderungen anhand eines repräsentativen Warenkorbs von rund 1'050 Waren und Dienstleistungen. Eine anhaltende Abnahme des Geldwertes bzw. eine Erhöhung des durchschnittlichen Preisniveaus bezeichnet dabei die Inflation. Der LIK wurde Anfang 2026 neu strukturiert und umfasst 13 Hauptkategorien – darunter neu auch die Hauptkategorie Versicherungen und Finanzdienstleistungen. Grosse Ausgabenposten, wie etwa die Prämien für die Sozialversicherungen oder die direkten Steuern, sind demgegenüber nicht erfasst. Der LIK widerspiegelt somit nicht die tatsächlich gefühlte Teuerung der Konsumentinnen und Konsumenten.
Der Comparis-Womo-Preisindex in Zusammenarbeit mit dem KOF-Institut der ETH Zürich bildet die Inflation ausschliesslich in den Bereichen Wohnen und Mobilität ab. Zudem werden explizit einzelne Haushaltsgruppen, Einkommensklassen und Sprachregionen berücksichtigt. Weiter werden eigene Berechnungen für vereinzelte Produktgruppen angestellt. Wichtiger Hinweis: Mit einem (*) gekennzeichnete Zahlen wurden vom Bundesamt für Statistik (LIK/BFS) direkt berechnet respektive beruhen auf den Zahlen des LIK/BFS.
Die Datengrundlage für den Comparis-Womo- Preisindex besteht aus dem Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) sowie der Haushaltsbudgeterhebung (HABE). Die Gewichtungen für die neuen Preisindizes werden aus der HABE konstruiert. Danach werden verkettete Laspeyres-Indizes mit den Preisreihen des LIK berechnet. Die Indexbasis ist Dezember 2017 (entspricht 100 Prozent).
Weitere
Informationen:
Dirk Renkert
Finanz-Experte
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Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: comparis.ch AG
Mit über 80 Millionen Besuchen im Jahr zählt comparis.ch zu den meistgenutzten Schweizer Websites. Das Unternehmen vergleicht Tarife und Leistungen von Krankenkassen, Versicherungen, Banken sowie Telecom-Anbietern und bietet das grösste Schweizer Online-Angebot für Autos und Immobilien.
Dank umfassender Vergleiche und Bewertungen bringt das Unternehmen Transparenz in den Markt. Dadurch stärkt comparis.ch die Entscheidungskompetenz von Konsumentinnen und Konsumenten. Das Unternehmen wurde 1996 vom Ökonomen Richard Eisler gegründet und ist in Privatbesitz. Das Unternehmen gehört heute noch zur Mehrheit dem Gründer Richard Eisler. Es sind keine anderen Unternehmen oder der Staat an Comparis beteiligt.
Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.
| Comparis.ch AG (Firmenporträt) | |
| Artikel 'Hohe Treibstoff- und Heizölpreise machen das Wohnen und die Mobilität deutlich t...' auf Swiss-Press.com |
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Swiss Fibre Net AG, 25.06.2026Hohe Treibstoff- und Heizölpreise machen das Wohnen und die Mobilität deutlich teurer
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